Wortreiche Erfahrungen

Alte und ungebräuchliche Worte werden auf Herkunft und Bedeutung analysiert.

Tag: Substantiv

Kaltmamsell

Beispiel: „Ruf doch mal die Kaltmamsell, wir möchten bestellen.“

Herkunft / Bedeutung: Dieser Begriff ist eine Berufsbezeichnung aus der Gastronomie und bezeichnet eine Küchenkraft, die für kalte Speisen und Buffets zuständig ist. Es leitet sich von Mamsell ab, welches vom französischen Mademoiselle stammt.

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Chaiselongue

Beispiel: „Setz dich doch solang noch auf die Chaiselongue…“

Herkunft / Bedeutung: Eine Chaiselongue ist eine gepolsterte Liege mit Kopflehne. Im Gegensatz zum Sofa hat die Chaiselongue keine Rückenlehne. Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff aus dem Französischen entlehnt und bedeutet wörtlich „langer Stuhl“.

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Puff

Beispiel: „Hans geht jeden Mittwochabend in den Puff.“ — „Er gab ihr einen Puff in die Seite.“

Herkunft / Bedeutung: Wohl landläufig bekannt ist „Puff“ als umgangssprachlicher Begriff für Bordell oder abwertend für ein Etablissement. Der Ursprung geht auf ein Backgammon-Spiel gleichen namens zurück und entwickelte sich aus der Redewendung „Mit einer Frau Puff spielen“ oder auch „Puff spielen gehen“. Seit dem 18. Jahrhundert ist es im deutschen Sprachgebrauch bekannt. Es wurde also ein Euphemismus genau wie das Verb „vögeln“.

Puff hat allerdings auch mehrere weitere Bedeutungen. So kann es ein (leichter) Schlag sein, ähnlich wie „Knuff“. Puff kann auch ein Bausch sein, wie zum Beispiel in Puffärmel oder die Anschwellung in einem Chromosom.

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Sütterlin

Beispiel: „Das alte Kirchenbuch ist noch in Süttelin geschrieben.“

Herkunft / Bedeutung: Die Süttelinschrift geht auf den Berliner Grafiker Luttwig Sütterlin zurück, der 1911 im preußischen Auftrag eine Ausgangsschrift entwickelt hat. Diese wurde zwischen 1915 und 1940 sowie Anfang der 1950er in der Schule gelehrt. Viele Buchstaben dieser Schreibschrift sind aus heutiger Sicht nicht ohneweiteres lesbar, gerade die Buchstaben e, u, n und m sind schwer unterscheidbar.

Die SZ-Ligatur, also der aus den Buchstaben s und z zusammengesetzte Buchstabe „ß“, ist in Sütterlin tatsächlich auch noch auf die jeweiligen Buchstaben zurückzuführen. Wobei in Sütterlin zwischen dem normalen „s“ und dem „s“ am Wortende unterscheidet. Das „ß“ ist in der Schweiz komplett unüblich, stattdessen verwendet man dort „ss“, beispielsweise „Strasse“ statt „Straße“.

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Balg

Beispiel: „Dieses freche Balg mit mich angespuckt!“ — „Die Fachkamera hat einen Balg zwischen Body und Objektiv.“

Herkunft / Bedeutung: Ursprünglich bezeichnet Balg eine Tierhaut oder eine (aus Tierhaut gefertigte) Blase. Eine Luftpumpe kann einen Balg (Blasebalg) enthalten. Es geht auf das mittelhochdeutsche „balc“ zurück, welches ins althochdeutsche „balg“ übernommen wurde. Insofern ist Ball auch von Balg abgeleitet.

Der abschätzige Ausdruck Balg für ungezogene Kinder geht auf den ursprünglichen Begriff zurück. Wie diese Herleitung entstanden ist, bleibt unklar.

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Schlawiner

Beispiel: „Der Hannes ist ein Schlawiner! Geht in den Urlaub und sagt mir nichts davon…“

Herkunft / Bedeutung: Schlawiner geht auf die Bezeichnung für Slowenen bzw. Slowanier zurück und wurde in den 1930’er Jahren als Schimpfwort für osteuropäische Ausländer verwendet. Angeblich kamen aus dieser Region Hausierer, die als gerissene Geschäftemacher bekannt waren.

Heutzutage wird der Begriff mit einem Augenzwinkern meist anerkennend verwendet, vergleichbar dem Tausendsassa. Es bezeichnet sowohl einen gerissenen, lebhaften Menschen als auch unzuverlässige Personen. Häufig werden auch Kinder als Schlawiner bezeichnet.

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Kokolores

Beispiel: „Was ihr da macht, ist doch alles Kokolores!“

Herkunft / Bedeutung: Die Herkunft ist ungeklärt. Möglicherweise wurde es vom mittelniederdeutschen „gokeler“ (Gaukler) abgeleitet gebildet. In der Berliner Szene der 1930’er Jahre wurde Kokolores auch für durch Kokain verursachten sinnlosen Redefluss verwendet. Es bezeichnet Geschwätz oder unsinniges Gerede.

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Diät

Beispiel: „Die Diäten im Bundestag werden um 5 Prozent angehoben.“ — „Maria hält ihre Diät nicht durch, die Schokolade ist zu verlockend.“

Herkunft / Bedeutung: Es kommt vom griechischen „díaita“ und wurde schon von Hippokrates geprägt. Es bedeutet „gesunde Lebensweise“ und wurde später ins lateinische „diaeta“ übernommen.

Die andere Diät, also die Bezahlung von beispielsweise Politikern, ist abgeleitet von lateinisch „dies“ (Tag) und bedeutet wörtlich eigentlich „Tagessatz“.

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Plinse

Beispiel: „Musst du jetzt heulen, du Plinse?“ — „Im Kindergarten gab es heute Plinsen zu essen.“

Herkunft / Bedeutung: Dieses regionale Wort ist hauptsächlich in Sachsen und Ostdeutschland gebräuchlich. Es bezeichnet einen Eierpfannkuchen, in Nordsachsen auch einen Kartoffelpuffer.

Es leitet sich vom obersorbischen „blinc“ bzw. „plinc“ ab, welches von „mlinc“ abgeleitet ist. „Mlinc“ stammt vom obersorbischen „mleč“ („Mühle“). Die russischen „Bliny“ sind den Plinsens nicht nur sprachlich sondern auch kulinarisch sehr ähnlich.

In Österreich kennt man Plinsen unter dem Begriff Palatschinken.

Vom eigentlichen Begriff abgeleitet ist das Schimpfwort „Plinse“ für einen weichlichen oder ungeschickten Menschen.

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Hindenburglicht

Beispiel: „Stell ihm ein Hindenburglicht ins Fenster, wenn er nach Hause kommt.“

Herkunft / Bedeutung: Dieser heute nicht mehr gebräuchliche Begriff bezeichnet den frühen Vorgänger unserer Teelichter. Benannt nach dem Oberkommandierenden des deutschen Heeres Paul von Hindenburg. Es war ein Dosenlicht mit einem dicken Docht in der Mitte und Fett bzw. Talg als Brennmaterial.

Seit dem Einsatz im Ersten Weltkrieg wurde das Dosenlicht weiter zum Teelicht verbessert und ist nun gebräuchlicher Gegenstand in jeder Wohnung. Damals wurde es während der Verdunkelung bei Bomberangriffen als Notlicht eingesetzt.

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