Wortreiche Erfahrungen

Alte und ungebräuchliche Worte werden auf Herkunft und Bedeutung analysiert.

Tag: Schimpfwort

Plinse

Beispiel: „Musst du jetzt heulen, du Plinse?“ — „Im Kindergarten gab es heute Plinsen zu essen.“

Herkunft / Bedeutung: Dieses regionale Wort ist hauptsächlich in Sachsen und Ostdeutschland gebräuchlich. Es bezeichnet einen Eierpfannkuchen, in Nordsachsen auch einen Kartoffelpuffer.

Es leitet sich vom obersorbischen „blinc“ bzw. „plinc“ ab, welches von „mlinc“ abgeleitet ist. „Mlinc“ stammt vom obersorbischen „mleč“ („Mühle“). Die russischen „Bliny“ sind den Plinsens nicht nur sprachlich sondern auch kulinarisch sehr ähnlich.

In Österreich kennt man Plinsen unter dem Begriff Palatschinken.

Vom eigentlichen Begriff abgeleitet ist das Schimpfwort „Plinse“ für einen weichlichen oder ungeschickten Menschen.

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Rabauke

Beispiel: „Horst ist so ein Rabauke. Er schlägt ständig seine Klassenkameraden.“

Herkunft / Bedeutung: Dieses alte Schimpfwort bedeutet „Flegel“, „Lümmel“. Er wird häufig für Kinder verwendet.

Interessant ist die Herkunft über mehrere Sprachgebiete hinweg durch die Zeit: Die Herkunft ist aus dem Niederländischen vom Wort „rabauw, rabaut“ und bedeutet „Strolch“ oder „Schurke“, was sich vom altfranzösischen „ribau“ ableitet. Dieses schließlich kommt vom mittelhochdeutschen „riben“ (brünstig sein, sich begatten; ursprünglich „reiben“).

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Schmock

Beispiel: „Er ist ein unangenehmer Schmock“ — „Mein Monitor ist wieder total verschmockt“

Herkunft / Bedeutung: Das jiddische Wort „Schmock“ bedeutet abwertend Tölpel oder unangenehmer Mensch. Davon abgewandelt gibt es dann mehrere Bedeutungen, die auch „verschmutzt“ oder „leeres Gerede“ bedeuten. Zudem gibt es regionale Verwendungen: In Hamburg wird es für „abgelehnter Zuhälter“ verwendet.

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