Wortreiche Erfahrungen

Alte und ungebräuchliche Worte werden auf Herkunft und Bedeutung analysiert.

Tag: Redewendung

Minna

Beispiel: „Wegen einer Kleinigkeit hat er mich direkt zur Minna gemacht.“

Herkunft / Bedeutung: Es bedeutet so viel wie „jemanden zur Sau machen“ oder „heftig runterputzen“ bzw. „ausschimpfen“.

Minna ist die Kurzform von Wilhelmine, vor allem in der Zeit Preußens ein Begriff für eine Dienstmagd. Egal welchen Vornamen sie hat, sie bekommt diesen Namen. Auch als Zeichen der Wertestruktur, schließlich steht das Dienstmädchen ganz unten in der Hierarchie. So ist es nicht selten vorgekommen, dass „die Minna“ für Kleinigkeiten sehr hart angegangen und getadelt wurde. So kam es schließlich auch zum Begriff „jemanden zur Minna machen.“

Eine weitere Minna war in den 1920er Jahren im Dienst: Die grüne Minna. Heute noch vereinzelt bekannt als Begriff für einen Polizeitransporter oder ein Polizeiauto generell. Die grüne Minna ist ein Gefangenentransport, gefertigt in Berlin.

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Tapet

Beispiel: „Das Thema werde ich im nächsten Meeting aufs Tapet bringen.“

Herkunft / Bedeutung: „Tapet“ [taˈpeːt] kommt aus dem Französischen und bezeichnet die Tischdecke (z.B. von großen Konferenztischen). Die Redewendung ist tatsächlich wörtlich aus dem Französischen übernommen: „Mettre une affaire sur le tapis„.

Falsch sind die Redewendungen „Etwas aufs Trapez bringen“ oder „Etwas aufs Tablett bringen“. Das Wort „Tapete“ stammt vom selben Ursprung und geht auf den Begriff für „Wandteppich“ zurück. Und wenn man etwas am „grünen Tisch“ verhandelt, ist das ein Hinweis darauf, dass die Tischdecken heutigentags häufig aus grünem Tuch sind.

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