Wortreiche Erfahrungen

Alte und ungebräuchliche Worte werden auf Herkunft und Bedeutung analysiert.

Tag: 9. Jahrhundert

alldieweil

Beispiel: „Im Park wurde er immer traurig, alldieweil sie ihn dort damals verließ.“ — „In der Kirche spielt noch die Orgel, alldieweil hat man sich vor der Kirche zum Spalier aufgestellt.“

Herkunft / Bedeutung: Vorformen des Begriffs kommen aus dem 9. Jahrhundert vom althochdeutschen „thiu wīla sō“, wörtlich: so lange wie. Es verkürzte sich im Laufe der Zeit und wurde im Mittelhochdeutschen zu „die wīle“ (während, solange). Schließlich im 15. Jahrhundert wurde es zu „weil“.

„Alldieweil“ wird heute noch noch scherzhaft verwendet und hat im Grunde zwei Bedeutungen. Im ersten Beispiel ist es synonym für „weil“, im zweiten bedeutet es „währenddessen“.

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Pfründe

Beispiel: „Mit diesem Schachzug hat er sich seine Pfründe gesichert.“ — „Wenn er jetzt auf seine Pfründen aufpasst, hat er ausgesorgt.“

Herkunft / Bedeutung: Es leitet sich vom mittellateinischen „provenda“ ab. Es bezeichnet das der Kirche zustehende Geld oder sonstiges Gut. Pfründe bezeichnen also ein stilles Kapital, entweder monetär oder gegenständlich, das man zur Sicherung des Wohlstands einsetzt. Interessant ist auch die Bildung des Plurals. Bereits die Einzahl „Pfründe“ wirkt wie ein Plural, allerdings wird die Mehrzahl durch „Pfründen“ ausgedrückt.

Eine Verwechslung mit „Pfund“ („Mit seinen Pfunden wuchern“) ist nicht unüblich. Allerdings bezeichnet „Pfund“ einen geldlichen Wert. „Pfründe“ sind häufig nicht (nur) Geld sondern auch Immobilien oder sonstige immaterielle Werte, die Wohlstand ausdrücken und erweitern können.

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