Wortreiche Erfahrungen

Alte und ungebräuchliche Worte werden auf Herkunft und Bedeutung analysiert.

Tag: 18. Jahrhundert

Kaltmamsell

Beispiel: „Ruf doch mal die Kaltmamsell, wir möchten bestellen.“

Herkunft / Bedeutung: Dieser Begriff ist eine Berufsbezeichnung aus der Gastronomie und bezeichnet eine Küchenkraft, die für kalte Speisen und Buffets zuständig ist. Es leitet sich von Mamsell ab, welches vom französischen Mademoiselle stammt.

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Chaiselongue

Beispiel: „Setz dich doch solang noch auf die Chaiselongue…“

Herkunft / Bedeutung: Eine Chaiselongue ist eine gepolsterte Liege mit Kopflehne. Im Gegensatz zum Sofa hat die Chaiselongue keine Rückenlehne. Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff aus dem Französischen entlehnt und bedeutet wörtlich „langer Stuhl“.

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klandestin

Beispiel: „Er schob ihr klandestin den Zettel zu.“

Herkunft / Bedeutung: Es bedeutet „im Verborgenen“ oder „heimlich“. Dieser veraltete Begriff kommt vom französischen „clandestin“ bzw dem lateinischen „clandestinus“ für „heimlich“.

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lukullisch

Beispiel: „Der Besuch im Restaurant war eine lukullische Offenbahrung.“

Herkunft / Bedeutung: Ein lukullisches Mahl bedeutet, dass die Mahlzeit üppig, erlesen und raffiniert ist. Es leitet sich ab vom altrömischen Feldherren Lucullus, der als Feinschmecker und Genießer bekannt war.

Weitere Quellen:

Puff

Beispiel: „Hans geht jeden Mittwochabend in den Puff.“ — „Er gab ihr einen Puff in die Seite.“

Herkunft / Bedeutung: Wohl landläufig bekannt ist „Puff“ als umgangssprachlicher Begriff für Bordell oder abwertend für ein Etablissement. Der Ursprung geht auf ein Backgammon-Spiel gleichen namens zurück und entwickelte sich aus der Redewendung „Mit einer Frau Puff spielen“ oder auch „Puff spielen gehen“. Seit dem 18. Jahrhundert ist es im deutschen Sprachgebrauch bekannt. Es wurde also ein Euphemismus genau wie das Verb „vögeln“.

Puff hat allerdings auch mehrere weitere Bedeutungen. So kann es ein (leichter) Schlag sein, ähnlich wie „Knuff“. Puff kann auch ein Bausch sein, wie zum Beispiel in Puffärmel oder die Anschwellung in einem Chromosom.

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Minna

Beispiel: „Wegen einer Kleinigkeit hat er mich direkt zur Minna gemacht.“

Herkunft / Bedeutung: Es bedeutet so viel wie „jemanden zur Sau machen“ oder „heftig runterputzen“ bzw. „ausschimpfen“.

Minna ist die Kurzform von Wilhelmine, vor allem in der Zeit Preußens ein Begriff für eine Dienstmagd. Egal welchen Vornamen sie hat, sie bekommt diesen Namen. Auch als Zeichen der Wertestruktur, schließlich steht das Dienstmädchen ganz unten in der Hierarchie. So ist es nicht selten vorgekommen, dass „die Minna“ für Kleinigkeiten sehr hart angegangen und getadelt wurde. So kam es schließlich auch zum Begriff „jemanden zur Minna machen.“

Eine weitere Minna war in den 1920er Jahren im Dienst: Die grüne Minna. Heute noch vereinzelt bekannt als Begriff für einen Polizeitransporter oder ein Polizeiauto generell. Die grüne Minna ist ein Gefangenentransport, gefertigt in Berlin.

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Plinse

Beispiel: „Musst du jetzt heulen, du Plinse?“ — „Im Kindergarten gab es heute Plinsen zu essen.“

Herkunft / Bedeutung: Dieses regionale Wort ist hauptsächlich in Sachsen und Ostdeutschland gebräuchlich. Es bezeichnet einen Eierpfannkuchen, in Nordsachsen auch einen Kartoffelpuffer.

Es leitet sich vom obersorbischen „blinc“ bzw. „plinc“ ab, welches von „mlinc“ abgeleitet ist. „Mlinc“ stammt vom obersorbischen „mleč“ („Mühle“). Die russischen „Bliny“ sind den Plinsens nicht nur sprachlich sondern auch kulinarisch sehr ähnlich.

In Österreich kennt man Plinsen unter dem Begriff Palatschinken.

Vom eigentlichen Begriff abgeleitet ist das Schimpfwort „Plinse“ für einen weichlichen oder ungeschickten Menschen.

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Schmock

Beispiel: „Er ist ein unangenehmer Schmock“ — „Mein Monitor ist wieder total verschmockt“

Herkunft / Bedeutung: Das jiddische Wort „Schmock“ bedeutet abwertend Tölpel oder unangenehmer Mensch. Davon abgewandelt gibt es dann mehrere Bedeutungen, die auch „verschmutzt“ oder „leeres Gerede“ bedeuten. Zudem gibt es regionale Verwendungen: In Hamburg wird es für „abgelehnter Zuhälter“ verwendet.

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Tausendsassa

Beispiel: (auch: Tausendsasa) „Er bekommt einfach alles hin, er ist ein Tausendsassa!“

Herkunft / Bedeutung: Es ist die Bezeichnung für einen vielseitig begabte Person, ein Multitalent, manchmal auch leicht abwertend. Synonym kann man „Hans Dampf in allen Gassen“ sagen, was allerdings klarer negativ geprägt ist. Das Wort „Tausensassa“ geht auf die alte Interjektion „Sa!“ zurück, wie sie auch heute noch in „Heissa!“, „Hossa!“ oder „Hoppsassa!“ bekannt ist. Im 18. Jahrhundert übernahm man „Sa sa“ als Hetzruf für Jagdhunde aus dem Französischen („ça“ = das). Durch „Tausend“ wird diese Interjektion noch verstärkt. Man könnte es auch „Tausend dies und das“ übersetzen.

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papperlapapp

Beispiel: „Papperlapapp! Das muss ich ja wohl besser wissen…“

Herkunft / Bedeutung: Mit dieser lautmalerischen Interjektion wischt man einen vermeintlich dummen Gedanken vom Tisch. Man verwendet es zum Beispiel um dem Gegenüber über den Mund zu fahren. Der Ursprung könnte sich von „pappeln“ bzw. „babbeln“ (schwatzen) oder auch von „papp“ (satt) ableiten.

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