Wortreiche Erfahrungen

Alte und ungebräuchliche Worte werden auf Herkunft und Bedeutung analysiert.

Tag: 15. Jahrhundert

alldieweil

Beispiel: „Im Park wurde er immer traurig, alldieweil sie ihn dort damals verließ.“ — „In der Kirche spielt noch die Orgel, alldieweil hat man sich vor der Kirche zum Spalier aufgestellt.“

Herkunft / Bedeutung: Vorformen des Begriffs kommen aus dem 9. Jahrhundert vom althochdeutschen „thiu wīla sō“, wörtlich: so lange wie. Es verkürzte sich im Laufe der Zeit und wurde im Mittelhochdeutschen zu „die wīle“ (während, solange). Schließlich im 15. Jahrhundert wurde es zu „weil“.

„Alldieweil“ wird heute noch noch scherzhaft verwendet und hat im Grunde zwei Bedeutungen. Im ersten Beispiel ist es synonym für „weil“, im zweiten bedeutet es „währenddessen“.

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Gespons

Beispiel: (alternative Schreibweise: „Gesponst“)  „Gloria wisse schon, warum sie den Fürsten Goldi genannt habe – als wäre Gespons Johannes nur ein goldenes Huhn gewesen.“

Herkunft / Bedeutung: Dieses sehr altertümliche Wort aus dem 15. Jahrhundert bezeichnet einen Ehepartner (kurz vor oder bereits nach der Heirat). Es wird meist scherzhaft verwendet. Das süddeutsche und auch in Österreich umgangssprachlich gebräuchliche „Gspusi“ geht auf den selben Wortursprung zurück.

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garstig

Beispiel: „Florian ist ein garstiges Kind. Wenn er etwas nicht bekommt, bewirft er seine Eltern mit Spielzeug.“ — „Draußen fängt es garstig an zu regnen“.

Herkunft / Bedeutung: Das Wort ist aus dem Mittelalter, wahrscheinlich dem 15. Jahrhundert überliefert. Das Adjektiv stammt aus dem niederhochdeutschen bzw. mittelhochdeutschen Sprachgebrauch. Das mittelhochdeutsche „garst“ bedeutet eigentlich „ranzig, verdorben“. Diesen Sinn behielt das Wort bis ins 18. Jahrhundert. Danach wandelte es sich und wurde mehr im Sinne von „unfreundlich, widerwärtig“ verwendet. Heutigentags signalisiert „garstig“ hauptsächlich ein Fehlverhalten von (Klein)kindern. Selbst bei der Verwendung bei Erwachsenen bekommt die Aussage einen kindischen Beigeschmack.

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