Chuzpe

von Florian

Beispiel: „Er ging mit einer außergewöhnlichen Chuzpe ins Bewerbungsgespräch und überzeugte alle.“

Herkunft / Bedeutung: Das Wort „Chuzpe“ (IPA: [ˈχʊʦpə]) kommt aus dem Jiddischen. Es ist abgeleitet vom hebräischen  „חוּצפָּה“ [χuʦˈpa(ː)ʔ] und bedeutet dort „Dreistheit, Frechheit, Unverschämtheit“. Im heutigen Gebrauch ist es eher anerkennend und bedeutet, dass jemand mit vollkommener Unverfrorenheit oder Schlitzohrigkeit auftritt.

Verbreitung: Das Wort hat bei den Google-Suchanfragen in letzter Zeit zwischen 2010 und 2011 zugenommen. Ein Hauptteil der Suchanfragen kam dabei aus Österreich. Auf Plätzen zwei und drei finden sich Deutschland und die Schweiz.

Literatur: Ein jüdischer Witz und einer der vielzähligen Erklärungen und Erklärungsversuche des Wortes „Chuzpe“:

Ein Jude wird wegen Ehrenbeleidigung verklagt. Er habe jemandem Chuzpe vorgeworfen. Der Richter jedoch kennt das Wort gar nicht und bittet den Juden, es zu erklären.
Der Jude erklärt den Begriff zunächst für unübersetzbar. Endlich erklärt er sich bereit, Chuzpe mit „Frechheit“ zu übersetzen. „Allerdings“, fügt er hinzu, „ist es keine gewöhnliche Frechheit, sondern Frechheit mit Gewure.“
Der Richter: „Was ist Gewure?“
„Gewure – das ist Kraft.“
„Chuzpe ist also eine kräftige Frechheit?“
„Ja und nein. Gewure ist nicht einfach Kraft, sondern Kraft mit Ssechel.“
„Und was ist Ssechel?“
„Ssechel – das ist Verstand.“
„Also ist Chuzpe eine kräftige, verstandesvolle Frechheit.“
„Ja und nein. Ssechel ist nicht einfach Verstand, sondern Verstand mit Taam.“
„Schön – und was ist Taam*?“
„Herr Richter, wenn Sie gar kein Deutsch können, kann ich Ihnen nicht erklären, was Chuzpe ist.“
* „Geschmack, Nuance, Charme, Schliff“

Weitere Quellen: