Wortreiche Erfahrungen

Alte und ungebräuchliche Worte werden auf Herkunft und Bedeutung analysiert.

Monat: August, 2011

Gespons

Beispiel: (alternative Schreibweise: „Gesponst“)  „Gloria wisse schon, warum sie den Fürsten Goldi genannt habe – als wäre Gespons Johannes nur ein goldenes Huhn gewesen.“

Herkunft / Bedeutung: Dieses sehr altertümliche Wort aus dem 15. Jahrhundert bezeichnet einen Ehepartner (kurz vor oder bereits nach der Heirat). Es wird meist scherzhaft verwendet. Das süddeutsche und auch in Österreich umgangssprachlich gebräuchliche „Gspusi“ geht auf den selben Wortursprung zurück.

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Tölpel

Beispiel: „Bei dem Angebot hat er sich übertölpeln lassen.“ — „Dieser Tölpel hat mich fast umgelaufen, als er sich umgedreht hat“

Herkunft / Bedeutung: Diesen Ausdruck für eine ungeschickte Person oder eine dumme oder unüberlegte Handlung hat einigen Quellen zufolge Luther im 16. Jahrhundert in die Gemeinsprache eingeführt. Davon abgeleitet sind die Begriffe: Tölpelei, übertölpen, tölpelhaft.

Synonyme für Tölpel in anderen Sprachgebieten sind: Tollpatsch, Stoffel, Tropf, Esel, Lackel, Depp um nur einige zu nennen. Das Wort „Tollpatsch“ ist etymologisch auch mit Tölpel verwandt. So ist das Wort aus dem Mittelhochdeutschen „Dörpel“ (Bauer, Dörfler) abgeleitet.

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garstig

Beispiel: „Florian ist ein garstiges Kind. Wenn er etwas nicht bekommt, bewirft er seine Eltern mit Spielzeug.“ — „Draußen fängt es garstig an zu regnen“.

Herkunft / Bedeutung: Das Wort ist aus dem Mittelalter, wahrscheinlich dem 15. Jahrhundert überliefert. Das Adjektiv stammt aus dem niederhochdeutschen bzw. mittelhochdeutschen Sprachgebrauch. Das mittelhochdeutsche „garst“ bedeutet eigentlich „ranzig, verdorben“. Diesen Sinn behielt das Wort bis ins 18. Jahrhundert. Danach wandelte es sich und wurde mehr im Sinne von „unfreundlich, widerwärtig“ verwendet. Heutigentags signalisiert „garstig“ hauptsächlich ein Fehlverhalten von (Klein)kindern. Selbst bei der Verwendung bei Erwachsenen bekommt die Aussage einen kindischen Beigeschmack.

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